top of page

Familie

Das war alles eine Glücksperlenkette bei uns

Jenny_Family8.jpg

Wie im Hollywood-Liebesfilm liest sich die Geschichte von Andrea Jenny und ihrem Mann Lukas aus Bad Vöslau, die mittlerweile seit 12 Jahren ein glückliches Paar sind und mit ihrer kleinen Valentina ihr Glück noch gekrönt haben. Wie im Erziehungsratgeber liest sich das Leben der kleinen Jungfamilie, wenn man Mama Andrea zuhört, denn Valentina scheint ein richtiger Sonnenschein zu sein.

Wir unterhalten uns um die Mittagszeit, Valentina hat noch nicht ihr Vormittagsschläfchen wie sonst absolviert und strahlt trotzdem bei der Begrüßung der kleinen Vöslauer Familie, die im elterlichen Haus von Papa Lukas mittlerweile ihre Heimat gefunden hat und mit seiner Mama in gutem Einvernehmen hier lebt. Denn die Oma gleich in der Nähe zu haben, bringe schon auch viele Vorteile mit sich, gibt Mama Andrea offen zu.

Wie alles begann ...

Kennengelernt haben sich die beiden gebürtigen Bad Vöslauer bei den Pfadfindern, „zu dem Zeitpunkt habe ich allerdings schon in Wien gewohnt", erzählt Andrea Jenny (33). Beide sehr engagiert und voller Aktivitäten – „da lernt man einander einfach näher kennen", schmunzelt die junge Mama. 2016 ist sie wieder nach Bad Vöslau zurückgekehrt, 2017 hat sie angefangen, bei der Stadtgemeinde zu arbeiten. Papa Lukas (37) pendelt für seine Arbeit regelmäßig nach Wien, beide sind nach wie vor mit Leidenschaft Pfadis.
Im September 2021 wurde standesamtlich geheiratet, im Winter 2022 nochmals mit einer freien Trauung die Liebe zelebriert. Und als ob das noch nicht genug „Hollywood"-Flair wäre, auch die Schwangerschaft verlief bilderbuchartig. „Mir ist eigentlich nie schlecht gewesen", erzählt die junge Mama, „das ist irgendwie wie eine Glücksperlenkette bei uns. Ich habe mich sehr wohlgefühlt mit meinem Babybauch."

Hormonelle Achterbahnen

Am 15. März 2024 war es dann endlich soweit und die kleine Valentina erblickte das Licht der Welt und die Mama hat sich, entgegen vieler „Trends" dafür entschieden, im Krankenhaus zu bleiben, „zum Kennenlernen und Kopf abschalten." Die Geburt sei mit rund 18 Stunden Wehen zwar sehr anstrengend gewesen, aber danach „war ich glücklich, wenn auch mega-erschöpft", so Andrea. Die Rundum-Betreuung im Krankenhaus habe sie sehr genossen, denn: „Da prasseln so viele Einflüsse und hormonelle Achterbahnen auf einen ein, darauf ist man nicht wirklich vorbereitet. Da wollte ich mich um andere Dinge nicht kümmern müssen. Nur um Valentina und mich."
Danach kam Hebamme Katharina Wallner zur ihr für die Nachuntersuchungen nach Hause, einige Wochen habe sie gestillt, aber dann guten Gewissens auf Pre-Nahrung umgestellt. Natürlich sei das keine leichte Entscheidung, schließlich gibt es soviele gute Ratgeber und Ratschläge, dass Stillen immer das Allerbeste sei.
Andrea: „Meine Hebamme hat mich aber auch darin bestärkt – alles, was gut tut und das Leben erleichtert, tut es! Wir suchen nicht die Ursache des Problems, sondern die Lösung der Probleme." So nebenbei ein kleiner Tipp der jungen Mama – einfach öfter auf sein Bauchgefühl zu hören, wenn es um das Wohl des Kindes und der Familie geht, denn: Jede Situation ist einfach individuell und anders. „Natürlich habe ich ganz kurz Gewissensbisse gehabt, dass das mit dem Stillen nicht funktioniert. Aber ich habe mir dann auch die Vorteile überlegt – nicht mehr die alleinige Nahrungsquelle zu sein. Man ist einfach total vom Kind abhängig und beim Stillen oft wie an der Couch festgewurzelt. Genauso ist aber auch das Kind nur von mir abhängig." Papa Lukas ergänzt: „Das Flascherl war der absolute Gamechanger, denn damit konnte ich mich noch mehr als vorher einbringen."
Die erste Zeit zuhause habe man als kleine Jungfamilie sehr genossen und sehr gute Netzwerke gehabt – auch ein wichtiger Tipp der jungen Eltern – so vieles wie möglich „auszulagern" und Unterstützung für Einkäufe & Co zu holen. Denn zuhause ist dann alles plötzlich anders – man sieht den Haushalt und die vielen Dinge, die eigentlich erledigt werden müssten. Ebenso sei es wichtig, alle unterstützenden Menschen auch darauf vorzubereiten, keinen Druck haben zu wollen, ständig Fotos vom Neugeborenen zu schicken oder das Kind sehen zu wollen. Denn diese erste Zeit sei für Kind und Eltern sehr wichtig. „Wir haben Besuche nur in kleinen Dosen gehabt und alle von unserer Großfamilie haben das auch verstanden", erzählen die jungen Eltern, „zu Beginn will man diese Zeit auch einfach ein bisschen für sich haben."

Das Plus des Papa-Monats

Weiterer Bonus zu Beginn war, dass Lukas vorerst zwei Wochen Urlaub konsumiert und danach den Papa-Monat genommen habe. Lukas: „Das war die schönste Zeit für mich! Ich habe Valentina genauso auf meiner Brust liegen gehabt und auch das Drumherum wie Haushalt, Einkauf und Kochen erledigt. So konnte auch gemeinsam mit der Zeit wieder ein Alltag hergestellt werden." Und Andrea ergänzt: „Das ist sicher auch mit ein Grund, warum das jetzt so problemlos funktioniert, wenn Lukas unsere Valentina ins Bett bringt. Außerdem war es eine wichtige Zeit, um auch als Frau nach der Geburt wieder regenerieren zu können." Die Frauenärztin sei bei der Kontrolle acht Wochen nach der Geburt regelrecht begeistert gewesen von der Rückbildung, „das hatte sicher mit dieser Entspannung durch Lukas' Anwesenheit in der ersten Zeit zu tun", ist die junge Mama überzeugt. Außerdem sei es eine gute Möglichkeit gewesen, gewisse Entscheidungen gemeinsam besprechen und treffen zu können wie eben jene des Abstillens.

Ein eingespielter Alltag

Mittlerweile habe sich vieles eingespielt: Wenn Valentina munter ist, wird gespielt, erste Bücher angeschaut, aber auch der Haushalt erledigt. Denn Mama Andrea ist davon überzeugt, dass das auch für das Kind wichtig sei, den Alltag sozusagen von Beginn an mitzuerleben.
Aber ganz wichtig für die junge Mama: Das Handy bleibt während der Wachphasen von Valentina zu 99 Prozent außer Reichweite. Die Schlaf- und Wachphasen der kleinen Maus haben sich schön eingespielt und Valentina sei so gut wie immer ein kleiner Sonnenschein. Ganz nach dem Motto: Sind die Eltern entspannt, ist es auch das Kind. Momentan schläft Valentina noch bei ihren Eltern im Bett und braucht zum Einschlafen den Schnuller, „den sie dann aber bald wieder ausspuckt", freut sich Andrea, „manchmal hält sie auch einfach unsere Hand beim Einschlafen." Tagsüber schläft die Kleine bereits im eigenen Bett, in der Nacht warte man einfach noch ab. „Wir können so einfach im Bett das Flascherl geben und auch schneller selbst wieder einschlafen", schmunzelt die Mama, „aber wir werden sicher kein Familienbett haben, bis unser Kind auszieht", lacht sie.

Bauchentscheidungen & Social Media-Kanäle

So wie die Sache mit dem Schlafen, sei vieles bei ihr als Mama einfach eine Bauchentscheidung. Die Mischung mache es aus – die Erfahrungen anderer, aber eben auch das eigene Bauchgefühl. Manches Mal stolpert die junge Mama auch über Tipps auf Social-Media-Kanälen, allerdings achte sie dabei auf seriöse Quellen wie beispielsweise eine Physiotherapeutin auf Instagram, die ihr zehn gute Gründe für ihr eigenes Bauchgefühl geliefert hat. Nämlich dem Kind keine Socken anzuziehen: „Das ist in der ersten Zeit sehr gut, denn Babys fühlen mit ihren Füßen genauso viel wie mit ihren Händen. Und solange dieser Reflex da ist, regulieren sie ihre Körpertemperatur noch ganz anders als Erwachsene." Trotzdem ihr Tipp: „Natürlich gibt es viele Influenzer, die ein perfekt schönes Leben mit ihren Kindern zeigen und wenn man dann ein bisschen recherchiert, was dahinter steckt, sieht die Welt dann doch ganz anders aus. Manche hingegen zeigen den Alltag und das Chaos, das oftmals in einer jungen Familie herrscht. Da muss ich mich einfach bei all den Beiträgen fragen - mit welchem Gefühl verlasse ich als Mama den Kanal, ein Urteilsvermögen darüber zulegen, wie es mir selbst geht. So kann man sich dann gezielt schon auch Inspirationen holen, z.B. für Aktivitäten mit dem Kind."
Aber auch hierbei solle man aufpassen, so die junge Mama: „Ich bin davon überzeugt, dass man das Kind auch nicht zu viel fördern sollte bzw. fordern, denn jedes Kind macht seine ganz eigene Entwicklung durch!"

Elternschaft in Krisenzeiten

Und mit welchem Gefühl begleitet man heutzutage Kinder beim größer werden?
„Wir würden gerne noch ein Kind haben", sind die jungen Eltern überzeugt, „es war uns immer klar, dass wir eine Familie haben wollen. Wir haben beide Geschwister und positive Erfahrungen damit", erzählt Andrea.
Zugleich verrät sie: „Ich war, als der Krieg in der Ukraine ausgebrochen ist, am Boden zerstört, zugleich die Klimakrise. Ich habe mich nur mehr gefragt: 'Was ist mit der Welt los?'. Da hat mich Lukas aufgebaut - mit sachlichen Argumenten, die für ein positives Weltbild sprechen wie beispielsweise die Fähigkeit der Menschen, wieder Technisches zu finden, um der Klimakrise oder Schwierigkeiten  entgegenzutreten. Er hat mir Zuversicht gegeben, mir auch Good News rauszusuchen", schildert die junge Mama ehrlich, „mit dieser Zuversicht ziehen wir auch unsere Valentina groß. Dass man sehr wohl immer noch etwas verändern kann. Wir wollen ihr Mut und Selbstbewusstsein mit auf den Weg geben." Das bedeute nicht, von seinem Kind Höchstleistungen zu erwarten, sondern „Valentina soll einmal etwas beruflich machen können, was ihr einfach Freude bereitet", so Andrea. Und der positive Hintergrund sei enorm wichtig: „Unser Kind ist in ein so großes Freundesnetzwerk hineingeboren worden - mit einem respektvollen Austausch. Das bekommen unsere Kinder einfach bereits mit, davon bin ich überzeugt." (wind)

„Ich hatte so viel Wut in mir!"

 

,,Sternchenmamas"-Obfrau Monika Romaniewicz berichtet vom steinigen Weg nach dem Verlust ihres Sternenkindes Alex

 

Sonne, Strand, Meer – Urlaubsfeeling pur, doch plötzlich, von einer Sekunde zur anderen, verändert sich alles. Das gesamte Lebenskonzept eines jungen Paares wird mit einem kurzen Moment auf den Kopf gestellt, zunichte gemacht. Der Kinderwunsch groß, Riesenvorfreude auf das erste gemeinsame Baby, und plötzlich diese unendliche Leere ... Trauer um das verlorene Kind.
In der 16. Schwangerschaftswoche platzte mitten im Kroatienurlaub die Fruchtblase, ein unendlich erscheinender Schockmoment, der sich wie ein grauer Schleier während der Fahrt ins nächstgelegene Krankenhaus über das junge Paar legte. „Ich konnte nicht anders und habe auf dem ganzen Weg dorthin übers Internet recherchiert, was das bedeuten könnte, was man in diesem Fall machen kann", erzählt Monika Romaniewicz (links). Sie wird dieses Szenario aus dem  Sommer 2022 nie vergessen. Am schlimmsten sei für sie in diesen Momenten der Umgang des Krankenhauspersonals in Kroatien gewesen, man habe sie so unendlich pragmatisch „behandelt": „Eine Schwester meinte einfach: ,Sie soll herkommen, denn wenn's rauskommt, dann kommt's eben raus'. Das war der zweite Schock für mich, dass so mit mir umgegangen wird", erzählt Romaniewicz.
Nach der ärztlichen Untersuchung wurde der jungen Frau sofort zur Einleitung geraten, da kein Fruchtwasser mehr vorhanden gewesen war. Und sie solle eine Woche im Krankenhaus bleiben. Eine unglaublich schwierige Situation für die schwangere Frau: „Wegen Corona durfte mein Lebensgefährte ja nicht mit hinein und so musste ich ihn erst einmal informieren. Ich wollte sofort die Rückführung nach Österreich, denn dieser Zustand, im Ausland solch eine Entscheidung treffen zu müssen, erschien mir unerträglich", erzählt sie.
Wieder zurück in Wien wurde eine Woche lang im Krankenhaus jeden Tag im Ultraschall der Herzschlag des Babys überwacht, zugleich aber ständig dem jungen Paar zum medizinischen Schwangerschaftsabbruch geraten. „Ich wollte aber zuwarten, solange ich es nicht schwarz auf weiß bestätigt bekommen hatte, dass das Baby nicht mehr leben kann", beschreibt Romaniewicz diese schwierige Situation, „außerdem waren meine Entzündungswerte trotz Blasensprungs nicht so wirklich hoch." Als dann über das Fetal-MRT erkannt worden war, dass die Lungenfunktion des Kindes nur mehr bei 60 Prozent liege, war für die junge Frau in ihrer großen Enttäuschung klar, dass es nun zu Ende ging ...
„Diese drei Wochen, die das alles seit dem Blasensprung insgesamt gedauert hat, waren für meinen Prozess des Abschiednehmens wichtig. Schockierend war für mich aber der Zugang ganz nach diesen alten Guidelines – im Falle eines Blasensprungs Antibiotika und medizinischer Schwangerschaftsabbruch und das war es dann", erzählt Romaniewicz, „ich finde es aber so wichtig, dass Frauen in dieser Situation eine gewisse Zeit zu entscheiden bekommen – sofern es medizinisch möglich ist."

Der Schritt zur „Mut zeigen!"-Initiative


Doch damit ist für Betroffene die Verabschiedung noch lange nicht vorbei. Es fehle an spezifischen Zusatzqualifikationen des medizinischen Personals, betont Monika Romaniewicz, die mittlerweile den Verein „Rechte für Sternchenmamas" ins Leben gerufen hat. Sätze wie: „Du bist ja noch jung", oder „Kannst ja noch einmal schwanger werden", sind in dieser Situation vollkommen fehl am Platz. „Ich hatte so eine Wut – Wut auf die Medizin, auf mein Arbeitsumfeld wegen des fehlenden Mitgefühls und Wut auf mich selbst", erzählt sie, „die Wut, dass ich es nicht geschafft habe."
Diese Wut sei normal, wie sie mittlerweile von vielen Gesprächen mit anderen Betroffenen weiß. Sie habe vielerorts versucht, sich Hilfe zu holen. Beim Besuch einer Psychologin wurde ihr bezüglich ihrer unglaublichen Wut geraten, „ich solle atmen und entspannen. Das hat mich gleich noch wütender gemacht, denn das kann ja nicht die Antwort auf diese schwierige und unendlich traurige Situation sein", so Romaniewicz. Große Versagensgefühle begleiteten den Trauerprozess: „Ich habe es anfangs gehasst, dass ich einen medizinischen Abbruch vornehmen lassen musste, dass ich mein Kind nicht retten konnte." Eine ehrenamtliche Hebamme vom Verein Nabhinadi, die zur Nachbetreuung kam und schließlich sagte: „Lass deine Gefühle zu. Alle Gefühle sind normal, auch jene Traurigen, zu seinem Kind zurück zu wollen", habe ihr das Leben gerettet, betont Romaniewicz. Dieser Trauerprozess sei auch nach wie vor noch nicht abgeschlossen – „die Trauerphasen kommen in Wellen, Weihnachten war beispielsweise dieses Mal ganz schlimm für mich",  erzählt sie.
Im Zuge ihres Trauerprozesses und dem Feststellen vieler Mängel  im österreichischen Gesundheitssystem für die Begleitung bei Fehlgeburten wurde der Juristin Monika Romaniewicz immer klarer, dass es Initiativen und einen Forderungskatalog an die Politik brauche. Beispielsweise zum Thema Mutterschutz: „Wenn ich den Trauerprozess in Ruhe während des Mutterschutzes zulassen kann, habe ich ein Ventil und kann es verarbeiten. Wenn die Zeit dazu nicht gewährleistet ist, werden Gefühle nur verdrängt und kommen dann irgendwann, im schlimmsten Fall als posttraumatische Belastungsstörung, an die Oberfläche. Ich habe in Selbsthilfegruppen schon Frauen kennengelernt, deren Fehlgeburt bereits 20 Jahre zurückliegt", erzählt Romaniewicz.

Forderung nach bundesweiten Rahmenbedingungen

 

Aber auch zu anderen Maßnahmen bei einer Fehlgeburt brauche es dringend Leitlinien, die für alle Bundesländer gleichermaßen gelten: beispielsweise was es zur Verabschiedung des Kindes braucht – Abschneiden der Nabelschnur, Fußabdruck des Babys, ebenso zur Bestattungsfrage.
Die Themen Bestattungsrecht und -pflicht sind Ländersache, ebenso unterschiedlich gestalten sich vielerorts die Kosten der Bestattung. „Wir haben für die Einäscherung von unserem Alex 1.500 Euro bezahlt, in Klagenfurt werden die Kinder zum Beispiel grundsätzlich kostenlos bestattet", betont Romaniewicz. Es fehlen bundesweite Vorgaben zum Umgang mit Fehlgeburten, die  in den Krankenhäusern (ab der 14. SSW) stattfinden. „Es gab beispielsweise keinen Totenbeschau- oder Obduktionsbericht zu meinem Fall", betont sie.
Bei all ihren Recherchen fand die Juristin heraus, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen bis in die 1950er Jahre zurückgehen und daher nicht mehr evidenzbasiert und zeitgemäß sind. Auf der anderen Seite gibt es viele Initiativen, die es nur zu einem großen Ganzen zu bündeln galt – und so kam es zur Geburtsstunde der Initiative „Mut zeigen!", die sich aus Organisationen sowie Expert*innen aus den Fachbereichen Hebammenbetreuung, psychologische Beratung und Trauerbegleitung, des Rechts und aus dem Bereich der Fotografie von Sternenkindern zusammensetzt. „Mut zeigen!" steht für Veränderung, damit Betroffene die ihnen garantierten Rechte auch bekommen. In Zukunft soll keine Frau und deren Familie beim Verlust des Kindes das Gefühl haben, alleine zu sein. Man wolle sich dafür einsetzen, dass Betroffene die notwendige Zeit bekommen, um sich erholen und den Verlust verarbeiten zu können.


Die Forderungen lauten:


1. Gestaffelter Mutterschutz und Angleichung des Kündigungs- & Entlassungsschutzes: ein absolutes Beschäftigungsverbot von acht Wochen für Frauen, die ihr Kind ab der 14. SSW verloren haben, ein relatives Beschäftigungsverbot für Frauen, die ihr Kind ab der medzinisch festgestellten Schwangerschaft bis zur 14. SSW bekommen haben, eine Angleichung des Kündigungs- & Entlassungsschutzes ab Geburt bis Ende des 4. Monats.
2. Möglichkeit der vergüteten Freistellung von zwei Wochen für Partner*innen nach einer „kleinen Geburt".
3. Hebammenbetreuung ab der medizinisch festgestellten Schwangerschaft.
4. Übernahme der Kosten der Nachbetreuung durch Psycholog*innen.
5. Abänderung des Begriffs „Fehlgeburt" in „kleine Geburt" oder „Schwangerschaftsverlust" und Klarstellung, dass es sich bei der Grenze des Geburtsgewichts von 500g lediglich um eine personenstandsrechtliche Angabe handelt.
6. Erweiterung des Katalogs für vorzeitigen Mutterschutz.
7. Bundesweiter Bestattungskostenbeitrag für kleine Geburten.

 

www.sternchenmamas.at, Petition: www.openpetition.eu/at/!mutzeigen

Sternenkinder3.jpg

Der Verein „Rechte für Sternchenmamas", der in Niederösterreich seinen Sitz hat, ist Teil einer jungen österreichweiten Initiative „Mut zeigen!", die sich aus insgesamt 13 Organisationen sowie Expert*innen aus den Bereichen Hebammenbetreuung, psychologischer Betreuung und Trauerbegleitung für Betroffene von Sternenkindern zusammensetzt. Ziel der Initiative ist es, auf das Tabuthema der Sternenkinder aufmerksam zu machen und rechtliche Änderungen auf den Weg zu bringen.

 

© 2018 by mosaik. Proudly created with Wix.com

  • Facebook Social
  • YouTube Social  Icon
bottom of page